22 February 2016

Wesentliche Themen im Bereich FinTech und InsurTech im Jahr 2016

Mit Beginn des ersten Quartals möchten wir mit diesem Newsletter die nach unserem Dafürhalten im Bereich FinTech und InsurTech wesentlichen Themen für das Jahr 2016 aufzeigen. Wir erwarten, dass diesen Themen hohe wirtschaftliche Bedeutung zukommen und sich der Beratungsbedarf im Bereich FinTech und InsurTech im Jahr 2016 merklich erhöhen wird.

Das Internet der Dinge

Das „Internet der Dinge“ ist seit mehreren Jahren ein Schlagwort, aber mit immer intelligenterer Technologie und umfassenderer Vernetzung kommt ihm immer größer werdende Bedeutung zu. Das Jahr 2016 dürfte das Jahr werden, in dem das „Internet der Dinge“ ein greifbarer Begriff für den Verbraucher wird und den Marktakteuren eine Vielzahl neuer Chancen und Verwendungsmöglichkeiten eröffnet. Stellen Sie sich intelligente Haushaltsgeräte oder Fahrzeuge vor, die mit Versicherern kommunizieren können und verlässliche Informationen liefern. Eine derartige Vernetzung dürfte für Interessenten ein großes wirtschaftliches Potential bedeuten.

Telematik

Telematik (zusammengesetzt aus Telekommunikation und Informatik) – ein Gebiet der Technologie, das alles von der Satellitennavigation bis zum fahrerlosen Auto umfasst – wird von den Versicherern (vor allem im Bereich der Verkehrstelematik) aufgegriffen und schafft Möglichkeiten, die zu einem sichereren Verkehrsverhalten und damit zu geringeren Prämien führen kann. Dabei bietet die Telematik willkommene Möglichkeiten für eine wettbewerbstechnisch günstige Positionierung in einem überfüllten Markt. Versicherer, die auf diesem Markt über einen eher geringen Marktanteil verfügen, sind auf der Suche nach professioneller Expertise und zeigen gesteigertes Interesse an Anbietern, die mit der besten, innovativsten und eigens entwickelten Technologie in diesem Gebiet aufwarten können.

Blockchain

Blockchain – die Technologie, auf der Bitcoin basiert - hatte im Jahr 2015 einen regelrechten „Durchbruch“. Marktakteure erschlossen neue Sektoren außerhalb der Verschlüsselung digitaler Zahlungsmittel, um die Möglichkeiten von Blockchain auszutesten. Von Geschäftsabwicklungen bis hin zu Smart-Data-Storage-Lösungen, haben unzählige Start-Ups Blockchains Alleinstellungsmerkmale wie Beständigkeit, Sicherheit und Effizienz genutzt und von ihnen profitiert, um etablierte, weniger innovative Unternehmen herausfordern zu können. Es ist insofern ein turbulentes Jahr 2016 zu erwarten, in dem viele der neuen „Player“ ihr Kapital aufstocken, sich im Markt neu positionieren und danach streben, mehr Umsatz zu generieren. Die besten und innovativsten dieser neuen „Player“ dürften im besonderen Interesse der Finanzinstitute liegen.

Mobile Payment

Wir erwarten im Bereich Mobile Payment (Kontaktloses Zahlen) im Jahr 2016 den allgemeinen Durchbruch dieser Technik und eine deutlich verbreiterte Anwendung durch die Verbraucher. Kontaktloses Zahlen funktioniert auf Basis sog. Near Field Communication (NFC). Mittels dieser Technik kommunizieren Zahlmittel und Lesegerät kontaktlos miteinander. Die entsprechenden technischen Erneuerungen werfen vielfältige regulatorische Fragen auf und sind nicht zuletzt aus haftungsrechtlicher Sicht von großer Bedeutung. Auch die deutsche Kreditwirtschaft arbeitet an einem neuen Online-Bezahlsystem mit dem Namen „Pay Direct“, das bereits etablierten Zahlungssystemen wie Paypal Konkurrenz machen soll.

Big Data

Das Konzept von „Big Data“ ist schon eine Weile im Umlauf, aber die Speicherung und Analyse von großen Mengen immer komplexer werdender Daten wird für alle großen Unternehmen – insbesondere Banken - von zunehmend größerer Bedeutung sein. Unternehmen, die in den Bereichen „Know-Your-Costumer“ (KYC), Risikenanalyse und Einschätzung von Aussagen immer einen Schritt voraus sein möchten, werden zwangsweise auf "Big Data" zurückgreifen müssen. Selbstverständlich gibt es nicht unerhebliche Risiken, bei denen Aufsichtsbehörden immer misstrauischer werden und die Entwicklung immer genauer beobachten. Vor allem mit Blick auf Datenschutz und mögliche Verstöße gegen ebenjene Richtlinien, die deftige Strafen und den Verlust des guten Rufs zur Folge haben können. Das bedeutet, dass die Benutzer von "Big Data" höchste Priorität auf wasserdichte Datenschutz-Richtlinien legen müssen.

Digitale Banken

Ob Sie nun direkt oder indirekt im Banken-Sektor involviert sind oder nicht, ist zunächst nicht von Bedeutung. Es ist jedoch gut möglich, dass der Aufstieg der digitalen Banken im Jahr 2016 Auswirkungen auf Sie haben wird. Unternehmen wie „NUMBER26“ und eine Vielzahl von ausschließlich digitalen Banken sind gerade dabei, sich auf dem Markt zu etablieren. Aufgrund des Angebots eines digitalen Zugriffs auf alle relevanten Informationen, die der Endverbraucher benötigt ohne in eine „physische Filiale“ gehen zu müssen und die damit verbundenen niedrigeren Kosten einer lediglich digitalen Präsenz, stellen diese neuen digitalen Banken eine faktische Herausforderung für viele etablierten Institute dar.

Marktplätze für Crowdlending

Crowdlending, d.h. über Online-Plattformen vermittelte Kredite, die von mehreren bzw. vielen Privatpersonen an andere Privatpersonen oder an Unternehmen gegeben werden, hat inzwischen sogar die Aufmerksamkeit der deutschen Finanzaufsicht (BaFin) auf sich gezogen, die sich zuletzt in einem Auslegungsschreiben zu bestimmten aufsichtsrechtlichen Fragestellungen geäußert hat. Peer-to-Peer Plattformen wie z.B. Smava oder auxmoney, bei denen Kredite direkt von Privatpersonen an Privatpersonen als Privatdarlehen vergeben werden, ohne dass ein Finanzinstitut (wie z. B. eine Bank) als Vermittler auftritt, erfreuen sich inzwischen relativ großer Bekanntheit.

King & Wood Mallesons steht im Hinblick auf die Beratung im Bereich Finanz- und Versicherungstechnologie an der Marktspitze und berät Klienten in allen obenstehenden Sektoren. 

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